Simone Felber begeistert etwas, dass bei vielen jungen Menschen auf wenig Anklang stösst: Die Volksmusik. Als Komponistin, Chorleiterin und Jodlerin ist diese schweizer Tradition eine stete Begleitung in Simones Leben. Und jetzt darf sie in Zürich ihre Leidenschaft ein weiteres Mal vor ein Publikum bringen.
Zwischen dem 21. und dem 23. August 2026 findet zum zehnten Mal das Volksmusik-Festival "Stubete am See" in Zürich statt. Für dieses Jubiläum schreibt Simone Felber die Auftragskomposition mit dem Titel "Aalähne". Das Stück wird ganze vierzig Minuten dauern und thematisiert die Freundschaft. In den letzten Jahren hat Simone Felber nämlich gelernt, wie wichtig und schön es ist, dass man sich auch manchmal bei Freund*innen anlehnen kann. Sie tragen einen durch schwere Zeiten und unterstützen bei neuen Lebensabschnitten. In ihrer Komposition will die Jodlerin deswegen die platonische Liebe in den Vordergrund rücken.
Ein Zuhause in der Musik
In mehreren Projekten macht Simone Felber mit Freund*innen Musik. Doch nicht nur für ihre Mitmenschen brennt Simones Herz, sondern auch für die Praxis des Musizierens selbst. Die Liebe zur Volksmusik beschreibt sie im Interview als ein Verwurzelt-Sein. Alle Menschen suchen nach ihren Wurzeln und viele finden sie in der Musik. So auch Simone. Sie ist mit ihr aufgewachsen und hat sie nun zu ihrem Beruf gemacht.
An der Hochschule Luzern hat Simone Felber ein Musik-Studium absolviert. Um noch mehr über ihre Stimme zu lernen, wollte sie das Jodeln beigebracht bekommen. Und dafür hat sie sich an anderen Jodlerinnen wie Nadja Räss gewendet.
"Volksmusik soll auch innovativ und zeitgenössisch gemacht werden!"
Der Jodel hat eine lange Tradition in der Schweiz. Auch wenn Simone Felber von dieser fasziniert ist, probiert sie doch auch gerne Neues aus und setzt die Gegenwart ins Zentrum ihres Schaffens. So hört man beispielsweise auch im Stück "Aahlähne" einmal den Begriff Börger King. Einen Teil des Bewahrens von Traditionen ist eben auch, dass sie in der Aktualität auf Resonanz stossen.
Auf die Frage, ob der Jodel auch bestehen bliebe, würden Menschen wie Simone ihn nicht modernisieren, antwortet sie jedoch mit Zuversicht. Das wäre sicher so, erzählt die Musikerin. Mit Nachdruck erklärt sie aber, dass durch neue Stimmen auch immer mehr verschiedene Menschen ihren Platz in der Volksmusik einnehmen. So wird mehr Zugang geschaffen und auch das ist Simone Felber ein Anliegen.