Zwischen dem 18.06. und dem 21.06. fand die diesjährige Art Basel statt. Als Kunststudentin wollte ich diese Kunstmesse dieses Jahr nicht nur besuchen, sondern auch verstehen. Welche Themen beschäftigen die Kunstwelt aktuell? Welche Werke sorgen für Diskussionen? Und wie zugänglich ist die Art Basel eigentlich für junge Menschen?
Nach etwa zwei Stunden und einigen versuchten Gesprächen mit Galerien hatte ich leider immer noch keine Antworten. Die Gespräche blieben meist kurz und vage. Gleichzeitig boten auch die Schilder neben den Kunstwerken oft nur wenige Informationen, sodass viele Arbeiten ohne zusätzliches Vorwissen schwer einzuordnen waren. Als junge und interessierte Kunststudentin wurde ich mit der Zeit zunehmend unsicher, ob ich hier überhaupt die richtige Zielgruppe bin.
Was ist eigentlich die Art Basel?
Die Art Basel ist eine der bedeutendsten Kunstmessen der ganzen Welt. Dabei kommen jährlich unzählige Künstler*innen und Galerien aus aller Welt nach Basel und zeigen deren prominenteste Werke. Die Messe gibt es schon seit den 1970er Jahren, damals kostete der Eintritt einen "Fünflieber". Inzwischen zahlt man als Student*in glatte 59 Franken, um die Ausstellungen und Galerien zu besuchen. Es gibt auch öffentliche Teile wie den Parkour oder Zone 10, jedoch wird das meiste Marketing für die kostenpflichtigen Teile betrieben.
Ist die Art Basel für junge Menschen gemacht?
Um herauszufinden, ob es nur mir so ging, habe ich fürs 3WACH mit mehreren jungen Besucher*innen gesprochen. Dabei fiel schnell auf, dass viele ihr Ticket geschenkt bekommen hatten, über die Arbeit Zugang erhielten oder anderweitig vergünstigt an die Messe kamen. Nur wenige hätten den ermässigten Studentenpreis selbst bezahlt.
Gleichzeitig waren sich viele in einem Punkt einig: Die Art Basel wird zwar stark an ein junges Publikum vermarktet, fühlt sich aber oft anders an. Das Paradox entsteht dadurch, dass die Art Basel auf verschiedensten Social-Media-Kanälen gezielt junge Menschen anspricht. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram wird die Messe als kulturelles Erlebnis präsentiert, das für alle offen zu sein scheint.
Vor Ort entsteht jedoch häufig ein anderer Eindruck. Die kostenpflichtigen Bereiche der Messe wirken in erster Linie auf Käufer*innen, Sammler*innen und Expert*innen ausgerichtet. Gerade für junge Besucher*innen kann dadurch das Gefühl entstehen, nicht Teil des Geschehens zu sein.
Warum mich das beschäftigt, und es dich auch beschäftigen sollte
Vielleicht könnte man jetzt argumentieren, dass die Art Basel eine Kunstmesse ist. Natürlich geht es dort ums Verkaufen. Das stimmt natürlich auch. Trotzdem frage ich mich, welche Rolle solche Veranstaltungen für die nächste Generation der Kunstwelt spielen. Viele junge Menschen besuchen die Art Basel nicht, um Kunst zu kaufen. Sie kommen, um zu lernen, Inspiration zu finden und einen Einblick in die Branche zu erhalten.
Gerade deshalb überrascht es mich, wie wenig Raum teilweise für Fragen, Austausch oder Vermittlung vorhanden ist. Denn die jungen Besucher*innen von heute könnten die Künstler*innen, Kurator*innen oder Galerist*innen von morgen sein. Die Art Basel wäre ja die perfekte Gelegenheit, um Menschen für Kunst zu begeistern und langfristig in den Diskurs einzubeziehen.
Was wir uns stattdessen wünschen würden
Die Art Basel spricht gerne von der Zukunft der Kunstwelt. Doch diese Zukunft steht heute als Kunststudent*in, Praktikant*in oder junge*r Kunstinteressierte*r vor den Messehallen. Wenn junge Menschen gezielt angesprochen werden, sollte es nicht nur darum gehen, Tickets zu verkaufen und Reichweite auf TikTok zu generieren. Es sollte auch darum gehen, ihnen einen echten Zugang zu Kunst, Wissen und Austausch zu ermöglichen.
Denn wer heute nicht Teil des Diskurses sein kann, wird morgen kaum Teil davon sein.